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Juan Melendez



Am 3. Januar 2002 wurde Juan Melendez nach siebzehn Jahren, acht Monaten und einem Tag, die er als Unschuldiger im Todestrakt von Florida verbrachte, aus der Haft entlassen. Obwohl die Fakten seines Falles einzigartig sind, ist es leider nicht so selten, wie man vielleicht denkt, dass ein Unschuldiger in den USA zum Tode verurteilt wird: Juan war der 99. Mensch, der seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 aus einem US-Todestrakt entlassen wurde - mittlerweile sind es 122 Menschen, die unschuldig zum Tode verurteilt waren und jetzt wieder auf freiem Fuß sind.

Juan Melendez wurde 1951 als Sohn einer puertorikanischen Familie in Brooklyn, NY, geboren, wuchs aber in Puerto Rico auf und konnte bis zu seinem Aufenthalt im Todestrakt kaum Englisch.

1984 wurde er in Pennsylvania, wo er als Erntehelfer arbeitete, für den Mord an Delbert Baker verhaftet. Ohne physikalische Beweise, die ihn mit dem Mord in Verbindung bringen konnten, nur auf Grund der Zeugenaussagen zweier fragwürdiger Männer, wurde Juan Melendez in einem Prozess, der nur 5 Tage dauerte, zum Tode verurteilt.

Über 17 Jahre lang saß Juan Melendez im Todestrakt von Florida, der elektrische Stuhl wartete auf ihn und der Supreme Court von Florida hielt das Urteil drei Mal trotz Einspruches aufrecht - bis schließlich Ende 2000 ein Band mit dem Geständnis des echten Mörders auftauchte - ein Geständnis, das dieser zuvor schon viele Male anderen Menschen gegenüber gemacht hatte. Doch erst jetzt fand der wahre Schuldige Gehör.

Während der Tour erzählt er seine Geschichte. Es ist eine Geschichte des Überlebens, des Triumphes des menschlichen Geistes über die erdrückenden Kräfte der Entmenschlichung, der Entwürdigung und des Todes. Wie konnte Juan die folterähnlichen Zustände der Unterbringung im Todestrakt für fast zwei Jahrzehnte ertragen? Wie konnte er seine Menschlichkeit unter diesen Zuständen behalten? Wie lernte er, seinen alles auffressenden Ärger und Hass zu vergessen? Wie konnte er der Versuchung widerstehen, sich umzubringen, einer verzweifelten Tat, die so viele seiner Freunde im Todestrakt versuchten? Wie kann sich ein Mensch, der siebzehn Jahre, acht Monate und einen Tag für einen Mord im Todestrakt verbracht hat, den er nicht begangen hat, zum Besseren wandeln?

Seine Geschichte ist eine bemerkenswerte Geschichte über menschliche Widerstandskraft, Mut, Glauben und Hoffnung.

Als Juan am 3. Januar 2002 entlassen wurde, stattete ihn der Staat Florida mit einem Paar Hosen, einem Hemd und 100$ aus. Er erhielt weder weitere Gelder, noch einen Betreuer, der sich darum kümmerte, dass er Arbeit oder Wohnung fand, geschweige denn jemanden, der ihm dabei helfen würde, die Zeit, welche er im Todestrakt verbrachte und die damit verbundenen Erlebnisse zu verkraften. Bedingt durch das soziale System der Vereinigten Staaten und die lange Zeit im Todestrakt hat er weder Arbeitslosen-, Renten- noch Krankenversicherung.

Die Anti-Todesstrafen-Arbeit ist ihm extrem wichtig geworden. Gemeinsam mit der von ihm gegründeten Gruppe "Voices United for Justice" setzt er sich gegen die Todesstrafe ein, reist durch die Welt und erzählt seine Geschichte, um andere über die Menschenunwürdigkeit, Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverachtung der Todesstrafe aufzuklären

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